Ich blogge, also bin ich … Blogger

War bloßes Denken im 16. Jahrhundert ein Charakteristikum fürs Mensch sein, muss der internet-affine Mensch (ja, solche Leute werden von Personalabteilungen gesucht) im dritten Jahrtausend bloggen, twittern und social networken.

Doch schalten wir unsere unzähligen mobilen und, wer noch hat, unbeweglichen internet-fähigen Endgeräte einmal aus und schauen, was die Welt offline zu bieten hat. Entdecken wir für einen Moment lang die reale Welt.

Lieber Leser,

sollten Ihr virtuelles und reales Ich ein Streitgespräch darüber führen, ob Sie nun den Computer ausschalten und das Leben draußen selbst erleben oder weiter im Netz surfen, trifft den Autor des Blogs keine Schuld und er übernimmt selbstverständlich keine Verantwortung.

In diesem Sinne: descubrimomento

Berlinale

Bald ist sie schon wieder vorbei die Berlinale.

Meine erste Berlinale ist für mich jedoch schon seit Montag vorbei, da ich wieder zurück in Dresden bin. Doch mein Vorsatz fürs nächste Jahr steht und lautet „Noch mehr Berlinale!“ Denn leider konnte ich nur einen kleinen Bruchteil des Angebots wahrnehmen. Die Liste der Filme schien schier unendlich. Wenn man sich wie ich noch nicht auskannte, konnte man sich glücklich schätzen überhaupt Karten bekommen zu haben.

Die erste Hürde war bereits genommen und für „Shutter Island“ waren die Tickets sicher. Also auf zum Potsdamer Platz, um dort die Karten abzuholen. Zwei rote Würfel standen als Verkaufsstände in der Arkaden. Eine, nein vier lange Schlangen von Menschen, man möge sie Cineasten nennen, warteten geduldig. Die Zeit verging, aber kein Ende in Sicht. Aber keine Sorge, es wurde nicht langweilig. Die Leitung der Berlinale hatte vorgesorgt und in der Mitte einen Merchandisingstand installiert. Also war klar, Frau geht shoppen, während Mann ansteht. Ich muss zugeben, auch ich gehöre zu den Opfern der Werbemachinerie und musste mir eine der Berlinale-Taschen erstehen. Ja, das ist ein schönes Gefühl. Eine große Tasche in Lila. Auch hier regierte die Trendfarbe des Winters. Vorne drauf ein Auszug des Plakates zur 60. Berlinale. Ein Filmtitel reiht sich an den anderen.
Doch die Schlange am Schalter schien noch nicht kürzer.

Am gleichen Abend feierte der Film „Ghostwriter“ von Roman Polanski seine Premiere. Das versprach einige Stars auf dem Roten Teppich vorm Berlinale Palast. Um es vorwegzunehmen, nein, ich habe keine Berühmtheiten gesehen. Aber für mich zählen vor allem die Filme, Schauspieler und Regisseure zu treffen, wäre das I-Tüpfelchen. Vielleicht nächstes Jahr, wenn ich die Wege kenne, die Cafés und Hotels und das Programm verstanden habe.

Am Berlinale Palast erstrahlte ein großer Bär im roten Licht und davor Blitzlicht, Journalisten und eine Großleinwand. Im Winter liegen die Vorzüge eines Roten Teppichs wohl auch darin, dass man nicht über den vereisten Berliner Boden laufen muss, den es zur Genüge gab. Für die erste Reihe am Zaun war ich zu spät, denn dort standen all die Autogrammjäger schon seit Stunden. Allein der Anblick erzeugte ein Verzücken. Kleine Trittleitern waren das Mitbringsel der Zuschauer in der zweiten Reihe. Mit ARD und ZDF wäre das wohl nicht passiert. Dank des ZDFs konnte ich dann trotzdem den Roten Teppich via Leinwand sehen. Stars und Sternchen zu erkennen ist gar nicht so einfach. Aber die Paparazzi helfen weiter, keine Sorge. Sobald ein Blitzlichtgewitter beginnt, den Auslöser der eigenen Kamera drücken. Zuhause kann man in Ruhe überlegen, wen man eigentlich gesehen hat.

Am Donnerstag beginnt Deutschlands größtes Filmfestival in Berlin. Die Berlinale feiert ihren 60. Geburtstag.
So eben hat der Ticketverkauf begonnen. Die besten Filme mit den Stars sind schnell ausverkauft. Für die Vorstellung von „My name is Khan“ dauerte es keine 5 Minuten und die Karten für die Aufführung im Friedrichstadtpalast waren weg. Schade.
Stattdessen geht’s also zu „Shutter Island“ dem neuen Film von Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Mal sehen, vielleicht verirrt sich auch ein Star in den Friedrichstadt Palast. Ich bin gespannt und freue mich auf den Film.