Workshop-Konzept: Berufswahl und Berufsorientierung

Als ehrenamtlich Dozentin für Digitale Bildung arbeite ich mit einer Gruppe junger Geflüchteter zwischen 18 und 25 Jahren, die an einem Berufsorientierungsprojekt der Jugendberufshilfe teilnehmen. In diesem Rahmen habe ich folgende Aufgabenstellung erarbeitet, mit dem Ziel, dass sie verschiedene, für sie interessante Berufsbilder kennen lernen. Daneben ist es mein Ziel, Ihnen während der Umsetzung der Aufgabe Fertigkeiten in der Internetrecherche, der Anwendung von Word sowie den Einsatz von Präsentationstechniken kennenzulernen.

Das Konzept wurde für etwa 3-4 Unterrichtseinheiten entworfen. Aufgrund von einer Vielzahl von inhaltlichen und sprachlichen Rückfragen dauerte es in der Praxis länger. Auch ist es zu empfehlen, dass je nach Gruppengröße 2 Dozent*innen als Ansprachpartner*innen anwesend sind.

Aufgabenstellung

Welchen Beruf möchtest du erlernen?

Berufswahl

Beantworte für dich folgende Fragen in Stichpunkten!

  • Welcher Beruf, welche Ausbildung oder welches Studium interessiert dich?
  • Was kannst du gut?
  • Was interessiert dich?

Probiere gerne den Berufswahl-Test aus: https://www.azubiyo.de/eignungs-check/

2. Berufsbild

Beantworte mit Hilfe des Internets folgende Fragen zu deinem Berufswunsch schriftlich. Recherchiere dazu im Internet. Dafür kannst du neben Google Webseiten, wie zum Beispiel

https://www.azubiyo.de/, https://berufenet.arbeitsagentur.de/,

Beschreibe den Beruf! Beantworte dafür die einzelnen Fragen mit vollständigen Sätzen.

  • Was sind die Aufgaben in dem Beruf?
  • Wie sieht der Arbeitsalltag in dem Beruf aus?
  • Wo kannst du zum Beispiel arbeiten? Bei welchem Unternehmen zum Beispiel?

Beschreibe, wie du selbst diesen Beruf erlernen kannst! Beantworte dafür die einzelnen Fragen mit vollständigen Sätzen.

  • Was sind die Inhalte der Ausbildung/des Studiums?
  • Wie lange dauert die Ausbildung?
  • Wo kannst du die Ausbildung machen?
  • Welche Voraussetzungen musst du erfüllen? Welchen Schulabschluss brauchst du? Worauf kommt es noch an?
  • Wie hoch ist das Gehalt? In der Ausbildung? Im Beruf?
  • Wann kannst du dich bewerben und wie?
  • Gibt es sonst noch etwas Wichtiges zu beachten?

Lege ein extra Dokument an, in dem du deine Antworten aufschreibst. Gliedere deinen Text. Jede Frage ist eine neue Überschrift. Und deine Antwort ein Absatz. Beachte dabei, dass du erst einmal nur den Inhalt bearbeitest. Erst danach üben wir die Formatierung!

3. Steckbrief zum Berufswunsch

Nachdem wir nun alle wichtigen Informationen haben. Gestalten wir den Steckbrief mit Word/Google Docs. Dafür arbeiten wir mit Formatvorlagen.

4. Den Steckbrief vorstellen

Präsentationstechniken kennenlernen.

In den letzten Jahren sind einige Jobportale entstanden, die sich explizit an die Zielgruppe arbeitssuchender Geflüchtete richten. Zum Beispiel

republica 2017 – Was bleibt hängen?

Wenn wir über Digitalisierung der Gesellschaft sprechen, dann meist über einen Wandel in der Arbeitswelt. Einen Wandel, der nicht erst jetzt beginnt, sondern schon längst begonnen hat und uns als Mensch in allen Lebensbereichen herausfordert. Wohlstand und wirtschaftliche Macht sind in nur wenigen Händen – oder im Zeitalter der Informationsgesellschaft wohl eher in nur wenigen Köpfen konzentriert. Ein gleichberechtigter Zugang zu digitaler Infrastruktur und vor allem zu Wissen und Bildung ist notwendig. Ein Ziel, das die Open Knowledge Foundation und einer ihrer Begründer Rufus Pollock immer wieder unterstreichen. Digitalisierung fordert uns auf, Bildung neu zu denken und über Werte und Prinzipien in diesem Kontext zu diskutieren.

Was für mich bleibt ist das Nachdenken über Neurokapitalismus: Wir können Hirnaktivitäten messen, verbessern und sogar verändern. Was bedeutet das für unsere gedankliche Selbstbestimmung? Was bedeutet Freiheit und Identität angesichts dessen für mich als Individuum? Und wie spaltet es möglicherweise die Gesellschaft, wenn soziale Ungleichheit schon heute den Zugang zur digitalen Welt bedingt und zukünftig ‚Brainhacking‘ mehr eingesetzt wird? Als Einstieg ins Thema ist der Vortrag von Miriam Meckel „Mein Kopf gehört nicht mehr mir – Brainhacking und Selbstoptimierung“ zu empfehlen.

Das Nachdenken über eine Start Up Illusion und überhaupt über Arbeitsbedingungen in der digitalen Branche. Nachdenken über die Konsequenzen von Digitalisierung in der Arbeit: Wir brauchen andere Fertigkeiten. Jeder in zunehmendem Maße in fast jeder Branche. Als Einblick in aktuelle Gedanken ist die Diskussion mit Frau Nahles „Bedingungsloses Grundeinkommen – (K)eine Antwort auf den digitalen Wandel“ auf jeden Fall sehenswert.

Ernüchterung über digitale Bildung, denn noch immer hängen wir in Diskussionen über Infrastruktur fest. Medienkompetenz im Steinzeitalter. Wenn Schulen ihre Zukunftspläne präsentieren und es dabei primär noch immer darum geht, ob Tablets eingesetzt werden können oder Schulen Wlan haben, dann wird klar, wie langsam sich Wandel in Institutionen  vollzieht. Bildung neu denken! Inhalte an den Lernenden und nicht den Lehrenden anpassen und den Lehrer als Coach verstehen, dass entspricht den Anforderungen, die die Digitalisierung an uns als Menschen stellt. Ansätze aus dem Storytelling und Gamification-Elemente können den Weg bereiten und werden von Lehrern durchaus genutzt und gewünscht. Denn es gibt Lehrer, die wissen, was in der Welt passiert. Das Projekt Bildung darf nicht an Infrastruktur-Fragen scheitern. Achja, Herr Dobrindt glänzte auf der republica durch Abwesenheit…. Daneben darf in dem Kontext die soziale Frage nicht vergessen werden. Nicht jeder hat die neueste Technik! Zu empfehlen sind zu dem Thema die Vorträge aus dem Track re:learn. (Leider noch keine Videos online)

Eine beeindruckende virtuelle Reise durch den Kölner Dom. Meine persönliche erste Erfahrung mit einer VR-Brille. Wer es noch nicht ausprobiert hat, machen! Und ein wunderbarer Vortrag aus der Praxis zum 360° Storytelling.

Gunter Duecks Vortrag ‚Flachsinn – über gute und schlechte Aufmerksamkeit‚ ist wie jedes Jahr kurzweilig, sehenswert und auf  den Punkt. Gute Unterhaltung eben.

Arbeiten im Zeitalter der Sharing Economy

Internet-Unternehmen, wie Uber oder Airbnb haben uns gelehrt, dass Teilen von Wohnraum oder dem eigenen Auto so praktisch ist: geteilte Kosten, Refinanzierung der Miete. Teilen statt Besitzen – Auf den ersten Blick ein schöner Gedanke. Doch was bedeutet das für Arbeitnehmer, die für die zahlreichen Start-Ups arbeiten. Denn bei der Fürsorge für Arbeitnehmer hört’s offensichtlich auf.

Schöne neue Welt – Sharing Economy.

Eine Leseempfehlung: „The California Challenge – How (not) to regulate disruptive business models“ von der Friedrich Ebert Stiftung.

Rechtspopulismus. Lektüre-Tipps

In ganz Europa gewinnen rechtspopulistische Parteien an Einfluss. Spätestens seit der Flüchtlingskrise ist es auch in Deutschland wieder salonfähig geworden, rechte Parolen öffentlich zu äußern. Was vormals seinen Platz am Stammtisch gefunden hat, wird von Parteien aufgegriffen, in Sozialen Netzwerken gepostet und auf Demonstrationen lauthals rausgeschrien. Fremdenfeindlichkeit gab es immer, wird es immer geben. Eine Demokratie kann und sollte das aushalten können und damit umgehen. Populismus ist ein Teil des politischen Diskurses, doch das Ausmaß ist diskussionswürdig.

Einige spannende Beiträge zum Thema Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Deutschland:

Die Datenschule der OKF. Projekt-Empfehlung.

Die Antwort auf all meine Fragen oder zumindest auf die eine: Wie kann ich Daten finden, analysieren und so darstellen, dass ich damit was anfangen kann für „Größeres“ und jeder sie verstehen kann. Wissen ist Macht. Meine Stimme hat das Projekt.

Das Projekt Datenschule der Open Knowledge Foundation unterstützt NGOs mit Daten-Wissen und dem Einsatz entsprechender Tools, bessere und wirkungsvollerer Arbeit zu leisten und Kampagnen umzusetzen.

Die Cultural Theory von Thompson: Ein universelles Modell für Gesellschaftsanalysen?

Gesellschaftspolitische Diskussionen wie ethisch-moralisch motivierte
Debatten weisen vielfältige Ambivalenzen auf und scheitern oft an unlösbaren
Wertkonflikten. Denk- und Verhaltensweisen von Mitgliedern einer bestimmten Kultur können dabei nicht so einfach durch Angehörige einer anderen bewertet werden. Kulturen und Kulturtheorien bilden eine Basis für die Erklärung von Konflikten sowie paradoxe Phänomene und Verhaltensweisen.

Die im deutschsprachigen Raum wenig verbreitete Cultural Theory von Thompson, Ellis und Wildavsky stellt ein „[u]seful tool for understanding political movements and throwing lights on human rights“ dar. Der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Cultural Theory war die Frage danach, „welche Strategien […] Menschen an[wenden], um das Ausmaß an Solidarität, an Kooperation und Stabilität zu sichern, das für den Bestand von Gesellschaften unerlässlich ist“. Thompson, Ellis und Wildavsky begeben sich auf die Suche nach gesellschaftlichen Mustern und Strukturen, die in allen Gesellschaftsformen wiederzufinden sind, und geben eine Antwort darauf, wie solche Muster menschliches Verhalten bedingen?

Die Cultural Theory bildet eine Grundlage für die Analyse von Organisationen und Gemeinschaften. Mittlerweile hat sie sich aus dem rein akademischen Raum gelöst und findet praktische Anwendung im Bereich der Zusammenarbeit von Menschen sowie der Paradigmen- und Diskursanalyse bei Themen wie Sicherheitspolitik, Risikobewertung oder der Fällung von Entscheidungen.

Abgesehen von Kulturanalysen auf nationale oder ethnische Unterschiede zielend, bietet die Cultural Theory eine theoretische Basis für die Untersuchung öffentlicher Ordnungen, politischer Stile und Diskurse sowie Kulturen. Im Fokus der Cultural Theory steht die Erklärung kulturell determinierte  Handlungsmuster, wobei Thompson, Ellis und Wildavsky einen sehr weit gefassten Kulturbegriff verwenden und sich nicht auf nationale Kulturen beziehen, wie in vielen wissenschaftlichen Arbeiten, die in der interkulturellen Kommunikation zitiert werden. Thompson und Douglas liefern mit ihren Konzepten unter anderem auch einen wichtigen Beitrag für die kulturalistische Politikwissenschaften, die Kultur nicht mehr als Erklärungsvariable versteht, sondern als Kontext, in dem sich gesellschaftliches Leben abspielt. Die Universalität der Cultural Theory belegt Thompson in seinem Buch Organising and Disorganising. Darin zeigt er auf, wie Klassiker der Sozialwissenschaften von Durkheim über Weber bis hinzu Rousseau im Schema der Cultural Theory abgebildet werden können.

Cultural Theory ist „a general theory of social science, more properly perhaps, a
classification that provides us with a theory of social science theories“.

Eine umfassende Diskussion zur Cultural Theory (pdf)

La imagen de la ‚Sociedad Digital‘ en los medios de comunicación.

Datenkrake, Cyberkriminalität o Netzaktivist palabras con frecuencia usado para la prensa y los políticos alemanes: La observación de la prensa alemana alrededor del tema “Internet y sociedad” puede llegar a la conclusión que los medios de comunicación están creando una imagen negativa y, aveces, peligrosa de Internet y sus elementos. Del niño a la abuela cada uno ya está familiarizado con el nombre de Facebook o términos como ciberdelitos sin saber manejar los nuevos fenómenos de Internet. El coloquio ‚Wake the Blog – von Datenkraken und Internettätern. Warum die digitale Gesellschaft eine PR-Strategie braucht‘ volvió el tema de imagen de la sociedad digital construido por los medios de comunicación […] fue el impulso para profundizar y elaborar la representación y percepción de las evoluciones y fenómenos alrededor de Internet.

Zum vollständigen Text über La imagen de la Sociedad Digial en los medios de comunicación (pdf).

Zugewandert und kicken für die Nationalmannschaft – Eine Frage der Zugehörigkeit

Im Rahmen meines Masterstudiums habe ich mich sehr viel mit der Konstruktion von Identitäten und nationaler Zugehörigkeit befasst. Unter anderem hat mich die Theorie des „Third Space“ von Homi Bhaba sehr inspiriert, um Identität neuzudenken. Als Ergebnis eines Seminars zu Soziokultureller Heterogenität bei Prof. Dr.  Werner Schiffauer habe ich mich mit der Frage beschäftigt, welchen Einfluss Fußball  und insbesondere die Entscheidung, als Mensch mit Migrationshintergrund für die Nationalmannschaft zu spielen, auf die Identität hat.

Der vollständige Text mit dem Titel „Hybride Identitäten und die Herausforderung nationaler Zugehörigkeiten am Beispiel der
französischen und deutschen Fußballnationalmannschaft“ als PDF zum Download